Jahresrückblick 2018

Das neue keltische Gebäude ist fertiggestellt

Die Bauarbeiten sind für dieses Jahr abgeschlossen und das erste der beiden neuen keltischen Hausmodelle konnte planmäßig fertiggestellt werden. 

In diesem Gebäude wird im Frühjahr 2019 ein archäologischer Ausstellungsraum eingerichtet, der den Besuchern neben den Originalfunden auch einen multimedialen Überblick über die Besiedlungsgeschichte bieten soll. Die Eröffnung der Ausstellung findet am 30. Mai 2019 statt.

Die wichtigsten Schritte der Entstehung des neuen keltischen Gebäudes gibt es hier zum Durchklicken:
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Das neue keltische Wohnhaus als 3D-Modell

Die Wände unseres neuen Hausmodells sind fertiggestellt und der Ausstellungscontainer verbirgt sich nun zur Gänze hinter waagrecht liegenden Holzbohlen. Der Keltologe Mario Wallner vom LBI ArchPro nahm dies zum Anlass unserem neuen keltischen Wohnhaus auf dem Burgberg einen Besuch abzustatten.  Nur mittels Digitalkamera und einer speziellen 3D-Software erweckt er die Gebäude des keltischen Freilichtmuseums Schwarzenbach am Computer-Bildschirm zu neuem Leben und damit auch für alle Interessierten greifbar, die uns nicht direkt vor Ort besuchen können. 

Weitere 3D-Modelle von den keltischen Gebäuden und Fundstücken aus Schwarzenbach finden Sie hier.

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Stroh, Rinde oder Schindel?

Dachdecken bei den Kelten

Eine doppelte Lage Lärchenschindeln wird aufgenagelt
Eine doppelte Lage Lärchenschindeln wird aufgenagelt

Wie kommen Archäologen eigentlich zu ihrem Wissen über das Aussehen und die Beschaffenheit keltischer Dächer, wo bei Ausgrabungen doch nur ein spärlicher Überrest der Häuser zutage tritt?

Tatsächlich nimmt der interpretative Charakter eines historischen Hausmodells mit jedem Zentimeter an Höhe zu und es gibt Variablen bei der Errichtung von keltischen Gebäuden, bei denen wir im Unsicheren tappen. Doch es sind nicht immer nur die Hinterlassenschaften im Boden, also die Befunde, welche Aufschluss geben können.

Weiterlesen „Stroh, Rinde oder Schindel?“

Dachdecken nach Vorbild der Kelten

Dachlatten und Schindeln

Die letzten Arbeitsschritte am Dachstuhl unseres keltischen Hausmodells stehen nun an: die Befestigung der Lattenhölzer an den Rofen und die anschließende Deckung des Daches. Mit großer Wahrscheinlichkeit war der Großteil der keltischen Häuser in Schwarzenbach ursprünglich mit Holzschindeln eingedeckt. Und so haben wir uns bei den Hausmodellen in Schwarzenbach ebenfalls für diese Variante entschieden. 

Weiterlesen „Dachdecken nach Vorbild der Kelten“

Die Dachschrägen

Runde Rofen als Basis der Dachschrägen

Die Arbeiten an der Dachkonstruktion gehen weiter und das aufwendige Bearbeiten der Baumstämme mit Bernereisen und Holzknüppel macht sich bezahlt. Denn nun liegen die Rofen, welche die Basis für die Dachschrägen bilden, allesamt bereit und können nacheinander montiert werden. Im Gegensatz zu den eckigen Schwellbalken und Pfetten haben die Rofen einen runden Querschnitt und sind auch an den Enden abgerundet. Sie werden einzeln und in regelmäßigen Abständen auf die Fuß- und Mittelpfetten aufgeschoben und in luftiger Höhe individuell angepasst.  Weiterlesen „Die Dachschrägen“

Die Dachkonstruktion

Die Arbeiten am Dachstuhl beginnen

Das Grundgerüst der Dachkonstruktion besteht aus Fichtenholz, das wir im Vorfeld bereits in eckige Form gedechselt haben. Die Bauhölzer für die Säulen und Binderbalken haben einen quadratischen Querschnitt, die Pfetten sind im Querschnitt etwas höher als breit. Weiterlesen „Die Dachkonstruktion“

Das Grundgerüst des keltischen Wohnhauses

Säulen, Pfetten und Binderbalken

Auf dem Steinfundament liegen bereits die rechteckig behauenen Schwellbalken, die den Grundstock unseres keltischen Hausmodells bilden, in Position. In den Eckbereichen sind diese massiven Balken durch rechteckige Ausnehmungen miteinander verbunden. An den Oberseiten des Schwellenkranzes haben wir mittels Tüllenbeiteln Zapfenlöcher in die Balken eingestemmt. In diese werden schließlich die tragenden Elemente der Wände, die Säulen, mittels Zapfen eingepasst. Weiterlesen „Das Grundgerüst des keltischen Wohnhauses“

Schwellbalken im keltischen Hausbau

Auf Grundlage der jahrzehntelangen Forschung in Schwarzenbach können Archäologen heute davon ausgehen, dass ein Großteil der eisenzeitlichen Gebäude am Burgberg ursprünglich als Schwellbalkenbauten ausgeführt wurde. Und so wird unser neues Hausmodell ebenfalls von Schwellbalken getragen. Weiterlesen „Schwellbalken im keltischen Hausbau“

Eine steinige Angelegenheit – Keltische Hausfundamente

Schon vor Beginn des Baus unserer keltischen Hausrekonstruktion stoßen wir bei der Wahl der Lage auf die gleichen Probleme wie die einstigen Bauherren. Denn am Burgberg in Schwarzenbach gab es auch schon in keltischer Zeit kaum ebene Flächen zur Bebauung. Die Kelten mussten sich – wie wir – die geeigneten Bauplätze für ihre Häuser entlang des Hanges erst schaffen.

Die archäologischen Untersuchungen zeigen uns, welche Techniken und Methoden die Kelten beim Anlegen der Siedlung angewandt haben. Weiterlesen „Eine steinige Angelegenheit – Keltische Hausfundamente“

Überlegungen zur Baumrinde

Warum Entrinden wir das Holz vor Baubeginn?

Bevor die Kelten die gefällten Baumstämme als Baumaterial für ihre Häuser eingesetzt haben, haben sie die Hölzer im Regelfall entrindet. Dadurch konnte man einerseits verhindern, dass sich Holzschädlinge wie Insekten und Pilze unbemerkt einnisten konnten. Bereits in keltischer Zeit waren Borkenkäfer und Hausbock bei Handwerkern und Hausbesitzern gleichermaßen gefürchtet. Andererseits spielt das Entrinden der Baumstämme auch eine wichtige Rolle bei der Verbindung der Holzbauteile. Die Hölzer können dadurch wesentlich leichter passgenau zusammengefügt und sauberer verarbeitet werden. Auch das Anzeichnen mit großen Reißahlen erfolgt wesentlich präziser auf einer sauberen Holzoberfläche.

Beim Entrinden der Baumstämme hielten wir uns an unsere eisenzeitlichen Vorbilder im Hausbau und verwendeten wie die Kelten Ziehmesser. Dabei handelt es sich um eine lange einschneidige Klinge aus Eisen, die zwischen zwei rechtwinkelig abstehen Griffen aus Holz eingelassen ist und vom Handwerker über die Holzoberfläche gezogen wird. Weiterlesen „Überlegungen zur Baumrinde“